Mehr als 60 Jahre mussten unser Vorfahren im Gottesdienst ohne Orgel singen. Die Mittel zum Kauf des teuren Instruments waren nicht vorhanden. Deshalb begnügte man sich mit einem Vorsänger. Das war zuerst der Mesner, später der Lehrer. Der Gesang war gut, wenn der Vorsänger tüchtig singen konnte, schlecht war er natürlich, wenn er einen unmusikalischen Leiter hatte. Diese Art von Vorsänger muss in Diersheim häufig vertreten sein, denn oft wird über den schlechten Gesang geklagt.
Im Jahr 1811 baute der Orgelbauer Matthäus Mann aus Waldkirch dann für 1000 Gulden die erste Orgel für die Dreifaltigkeitskirche. Bevor die Orgel aufgestellt werden konnte, musste im Chor eine Empore errichtet werden.

Die Orgel versah fast 100 Jahre bis zum Jahr 1894 ihren Dienst. Dann war eine Reparatur nicht mehr rentabel. Erst im Jahr 1906 wurde eine neue Orgel angeschafft. Man hielt es für zweckmäßig, das Instrument auf die hintere Empore des Langhauses zu stellen. Die Empore im Chor wurde abgebrochen und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Beide Diersheimer Orgeln hatten einen mechanischen Blasebalg, der von „Schulerbuben“ mit den Füßen getreten wurde. 1939 erhielt die Orgel einen Motor, Ventilator und Zubehör. Nach mehreren Reparaturen wurde 1978 eine Elektronenorgel angeschafft.
Die Orgel, die heute in der Dreifaltigkeitskirche erklingt, ist wieder eine „richtige Orgel“ mit Metall- und Holzpfeifen. Sie wurde beim Kauf im Jahr 2006 generalüberholt (gebaut wurde sie bereits 1966). Sie wird sicherlich noch einige Jahrzehnte bei uns erklingen.

Bereits seit 1987 – damals war er gerade 16 Jahre alt – ist Matthias Oertel Organist bei uns in Diersheim.




