Im Glockenturm

Die Glocken in Diersheim

 

„Die Gemeinde besitzt mit ihren drei historischen und zwei neueren Glocken ein sehr schönes Geläut, das es verdient, gewürdigt zu werden“. So steht es im letzten Bericht des Orgel- und Glockenprüfungsamtes. Kein Wunder, dass sogar der Südwestrundfunk davon Aufnahmen machte und die Diersheimer Glocken in der Sendung „Morgenläuten“ vorstellte. Dabei hat so mache Glocke schon einiges miterlebt. Die kleinste Glocke (sie wiegt gerade 70 kg und trägt die Inschrift „Gloria in excelsis Deo“) ist auch die Älteste. Sie wurde im Jahr 1714 in Straßburg von Zacharias Rohr gegossen und hing schon in der Brigittenkapelle, bevor sie im Jahr 1731 in die neu gebaute Dreifaltigkeitskirche kam.  

Schon 300 Jahre alt: Die Zeichenglocke hing bereits in der Brigittenkapelle

Dort bekam sie Verstärkung von einer zweiten größeren Glocke. Diese stammte auch aus Straßburg, gegossen vom Glockengießer Mathias Edel, in dessen Werkstatt im Jahr 1762 auch die dritte Glocke gegossen wurde. Dies war die „Schülerglocke“ und rief bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Schüler morgens zur Schule.

Zum 200. Geburtstag der Dreifaltigkeitskirche im Jahr 1931 wurde eine neue, große, fast 700 kg schwere Glocke in Karlsruhe gegossen:

Sie hing allerdings nicht lange im Diersheimer Glockenstuhl. Im Zweiten Weltkrieg wurden die drei großen Glocken abgeholt. Nur die kleine Zeichenglocke blieb hängen. Nach dem Krieg kamen die zwei alten Glocken wieder zurück. Die andere Glocke wurde offenbar eingeschmolzen. Unter Pfarrer Moser wurde in den fünfziger Jahren fleißig Geld gesammelt und so konnten in der Karlsruher Glockengießerei Bachert zwei neue Glocken gegossen werden, die am 15.12.1957 zum ersten Mal geläutet wurden.                              

Eine große Glocke von 396 kg verziert mit der Lutherrose und der Inschrift „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke * ein feste Burg ist unser Gott“ und eine kleinere Glocke (sie läutet heute beim Vater unser und beim Einsegnen) mit der der Inschrift „Meine Zeit steht in deinen Händen * Den Toten zweier Weltkriege 1914-18; 1939-45“. So schön der Bericht des Glockenprüfers auch beginnt, so ernüchternd geht er allerdings weiter: „Die Stahlbauten des Glockenstuhls sind ein Stilbruch. So wie sie angelegt sind, sind sie nicht langlebig und sollten mittelfristig erneuert werden.“ Somit wissen wir für welches Projekt wir in den nächsten Jahren sparen müssen, damit uns der Klang unserer fünf Glocken noch lange erhalten bleibt.

 

 

1957: Unter den kritischen Blicken von Pfarrer Moser wird die neue Glocke von den Kirchengemeinderäten Hans Hauß und Friedrich Matz für das Aufhängen im Glockenturm vorbereitet.

 

 
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